Jeder Zweite ist unterversorgt und riskiert dabei Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Immunerkrankungen und sogar Krebs
Die große Bedeutung von Vitamin D wird inzwischen weltweit anerkannt. Da es aber praktisch keine Rachitis-Fälle mehr gibt, spielt Vitamin D in der ärztlichen Praxis keine Rolle mehr. Viele Ärzte denken es handle sich um ein gewöhnliches Vitamin, dessen Bedarf man mit der täglichen Nahrung decken könne. Doch außer Lebertran und Fisch gibt es so gut wie keine Nahrungsmittel, die Vitamin D enthalten. Säuglinge sind aufgrund der Rachtis-Prophylaxe ausreichend mit Vitamin D versorgt. Ganz anders sieht es bei der restlichen Bevölkerung aus. Jeder Zweite ist mit dem wichtigen Vitamin unterversorgt. Jetzt rütteln Wissenschaftler wie Prof. Dr. Winfried März (Direktor der Synlab-Akademie für Ärztliche Fortbildung, Institut für Public Health, Klinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Klinisches Institut für Labordiagnostik, Medizinische Universität Graz) Fachwelt und Bevölkerung wach.
Vitamin D und Cholesterin sind sich ähnlich
7-Dehydro-Cholesterol ist die gemeinsame Vorstufe von Vitamin D und Cholesterin. Reagiert 7-Dehydro-Cholesterol in der Haut mit UV-B-Strahlung, dann entsteht die eigentliche Vorstufe des später aktiven Vitamin D. In der Leber wird zu 25-OH / D3 und in den Nieren dann in die eigentlich aktive Form 1,25-OH / D3 umgewandelt. Jedoch handelt es sich bei 25-OH/D3 in der Leber ebenfalls schon um eine aktive Form des Vitamin D, wenn auch um eine sehr viel schwächere als der des Vitamin D3 in den Nieren. Obwohl Vitamin D3 in den Nieren ca. 1.000-fach geringer vorhanden ist als in der Leber, wirkt es dort viel stärker. Übrigens: Eigentlich handelt es sich bei Vitamin D um ein Hormon, da es vom Körper überwiegend selbst hergestellt wird.
Das Problem mit der Strahlung
In den Monaten Oktober bis März wird nördlich des 40. Breitengrades, also nördlich Mallorca, vom Körper selbst fast kein Vitamin D mehr gebildet. In diesen Monaten steht die Sonne dafür einfach zu tief. Somit gelingt es den UV-B-Strahlen nur in geringem Maße die Atmosphäre bis zur Erdoberfläche zu durchdringen. Hinzu kommt die ganzjährige, hohe Luftverschmutzung, die die Strahlung ebenfalls minimiert. Zudem arbeiten immer mehr Menschen geschützt in Büros, Kaufhäusern usw.
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