Silvester 1996 erleben wir den Jahreswechsel traditionell auf der Deuzer Brücke in Köln. Im Vergleich zu den Jahren davor haben wir in dieser Nacht eine schneidende Kälte. Das Thermometer geht schon auf minus 20 ° C zu. Es liegt sogar etwas Schnee in der Stadt. Damit wir eine schönen Blick auf die Altstadt und das Feuerwerk bekommen sind wir extra etwas früher losgezogen, den die schönen Plätze sind heiß begehrt. Dennoch will keine festlich-romantische Stimmung aufkommen, denn obwohl wir uns sehr warm angezogen haben, zittern wir vor Kälte. Nach dem beeindruckenden Neujahrsfeuerwerk zieht es uns dann aber auch schnell wieder nach Haus.
Am Neujahrmorgen werde ich durch eine seltsames Gefühl im meinen Beinen wach. Ununterbrochenes Kribbeln in beiden Beinen und völlige Taubheit lassen mich Aufschrecken. Na ja für das Kribbeln hatte ich schnell eine Erklärung, denn ich erinnerte mich an meine Kindheit. Nach ausgiebigen Schneeballschlachten hatte ich das gleiche Kribbeln in den Fingern, wenn die ausgekühlten Hände wieder langsam aufwärmten. “War wohl doch etwas zu kalt am Vorabend”, dachte ich mir und beachtete auch dem Taubheitsgefühl keine große Bedeutung bei. Als einer, der nicht wegen jedem Wehwehchen gleich zum Doc läuft, ignorierte ich die Symptome die nachfolgenden Wochen. Im Frühjahr dann doch erst mal eine Behandlung mit Magnesium beim Hausarzt. Der ausbleibende Erfolg erforderte neue Überlegungen. Es könnte ja auch mein Bandscheibenvorfall im LWS-Bereich der Übeltäter sein. Obwohl das eher untypisch wäre, den bei mir waren ja beide Beine betroffen. So verstrichen die Wochen. Das Anfangs sehr unangenehme Kribbeln und die Taubheit schienen sehr zögerlich nachzulassen. Heute weiß ich, dass es eher dem Gewöhnungsprozess zuzuordnen war. Auch meine schwindende Arbeitsleistung und Erschöpfungszustände habe ich zur damaligen Zeit nicht bewusst wahrgenommen. Warum den auch, ich laufe ja noch.