Ich werde von der Sprechstundenhilfe in einen Raum mit einer Liege geführt. Neben der Liege stand ein Infusionsständer der mit einer ersten Dosis Kortison vorbereitet war. Eigentlich sträubte es sich in mir aber das gute Zureden aus den verschiedensten Richtungen lies meinen Widerstand schnell weichen. “Ach, macht doch was ihr wollt” schieß es mir durch den Kopf und war bereit die ersten 500 ml in einem Zug zu leeren. Na ja – so schnell ging es dann doch nicht. Über eine Stunde tropfte es sehr langsam in mich rein. An den folgenden vier Tagen wurde die Prozedur wiederholt. Eine von mir erwartete Verbesserung trat nicht ein. Im Gegenteil mein meine mittlerweile sehr zart besaitete Psyche sollte einen weiteren Tiefpunkt erfahren. Mich hat keiner darüber aufgeklärt das Kortison in solch hohen Dosen zuerst nicht endende Euphorie herbeiführt, sich dann aber ein großes schwarzes Loch auf tut in das man dann tief fällt. Unten angekommen machte ich mich wieder langsam und behäbig auf den Weg nach oben. Ok ich musste etwas “kraxeln”, aber ich ging auf eigenen Beinen.